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Die Anfänge des Bahnbetriebswerkes in Wittenberge gehen auf das Jahr 1846 zurück. Zu diesem Zeitpunkt errichtete die Berlin-Hamburger-Eisenbahn (BHE) erste Behandlungsanlagen für ihre Lokomotiven. Nur wenige Jahre später erbaute auch die Magdeburg-Wittenberger-Eisenbahn erste Einrichtungen. Nach der Verstaatlichung der Eisenbahnen und der Eingliederung in die KPEV sowie die rasante Entwicklung der Eisenbahn wurde der Standort ständig erweitert. Nach dem Rechtecklokschuppen mit seinen sechs Ständen aus dem Jahre 1846 wurde der Rundlokschuppen I im Jahr 1872 mit innen liegender Drehscheibe und darüber liegender Glaskuppel erbaut, beide durch BHE. 1889 folgte als letztes der Ringlokschuppen II, errichtet durch die KPEV. Er fand zwischen den beiden bereits bestehenden Schuppen seinen Platz. Das Bahnbetriebswerk Wittenberge entwickelte sich zu einem der wichtigsten Dienststellen im Norden der ehemaligen DDR. Wittenberger Lokomotiven wurden eingesetzt im hochwertigen Schnellzugverkehr zwischen Berlin und Hamburg, Rostock und Magdeburg und zuckelten im Schritttempo über die in Kies gebetteten Gleise der Prignitzer Nebenbahnen. Sie wurden auch gefordert vor den überschweren Ölzügen vom Rostocker Seehafen in Richtung Süden, kamen mit ihren Güterzügen nach Berlin, Wustermark, Wismar und Güstrow und bummelten mit Nahgüterzügen über das platte Land. Zu den hochrädrigen Schnellzugloks der Baureihen 01, 01.5 und 03 gesellten sich die ölgefeuerten schweren Güterzugloks der Baureihen 50.0 und 44.0, und neben den Länderbahnbaureihen 38, 57 und 94 standen auch die kleinen Mecklenburgerinnen der BR 91.19. Erst relativ spät kam die Dieselkonkurrenz nach Wittenberge, zunächst in Form von Rangierlokomotiven. Es sollte bis ins Jahr 1987 dauern, bis der letzte Dampflokkessel erlosch. 50 3545-6 bespannte zuletzt am 30.Mai 1987 den letzten dampfgeführten Personenzug nach Salzwedel. Mit der Elektrifizierung begann der Stern des Bahnbetriebswerkes zu sinken. Im Oktober 1988 kamen die ersten Elloks der Baureihe 243 in den Wittenberger Bestand. Nach der politischen und wirtschaftlichen Wende des Jahres 1989 und dem massiven Wegbrechen von Transportaufgaben war das Ende der großen Dienststelle besiegelt. 1995 wurde der nunmehrige Betriebshof dem ehemaligen RAW Wittenberge angegliedert, schon zwei Jahre später gingen die Lichter endgültig aus. Nach einer kurzen Vermietung einiger Stände des Lsch III an die PEG scheint das Kapitel Bw Wittenberge geschlossen. Die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude verfallen zusehends und die Natur erobert das Gelände zurück. Vandalismus und Mülltourismus tun ihr übriges. Der im Jahre 2004 gegründete Verein „Historischer Lokschuppen Wittenberge e.V.“ versucht seit dem – bisher leider vergebens – Teile des ehemaligen Bw's zu erhalten. Leider gibt es vom Eigentümer der Anlage keine Signale für einen Erhalt. Über die Aktivitäten dieses Vereins können Sie sich gerne hier ein Bild machen. So restauriert der VHLW das ehemalige Stellwerk Wm am Bahnübergang zur Stadt und erinnert mit dem ehemaligen Gleis 1 und dem Bahnsteig 5 an die bereits abgerissene Magdeburger Seite des Bahnhofes Wittenberge. Näheres zur Geschichte des Bahnbetriebswerkes Wittenberge, seine betrieblichen Anlagen und dem Lokeinsatz, gepaart mit einer ganzen Reihe historischer Bilder, erfahren Sie im Buch „Das Bahnbetriebswerk Wittenberge“. |
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